Montag, 17. Oktober 2011

Mein Schilddrüsen-OP-Bericht

Hallo,

vielleicht interessiert es euch, wie eine Schilddrüsen-OP abläuft. Ich schreibe mal meinen Erfahrungsbericht auf, einmal für euch und einmal für mich.

Die Vorbesprechung zur OP fand am 8. September statt. Dafür bin ich extra mit dem Sprinterbus in die 88 km entfernte Stadt gefahren. Eine Assistenzärztin händigte mir den Bogen zur Patientenaufklärung aus, den ich mir zuhause durchlesen sollte. Danach erklärte sie mir, wie eine Schilddrüsen-OP abläuft. Als ich damit einverstanden war, schaute sie nach dem nächsten freien Termin, der leider erst einen Monat später war. Ich gab vorher noch meinen hausräztlichen Befunde ab und fuhr wieder nach Hause.

Am 5. Oktober war es dann soweit. Ich fuhr wieder nach Münster mit Krankenhaustasche und ging zur Anmeldung. In einem extra Bereich wurden dann die Formalitäten erledigt, also alles erklärt, wie das mit Telefon, Fernseher etc. funktioniert und ich meldete mich dann bei der interdisziplinären Anmeldung an und anschließend fanden die Untersuchungen und Gespräche statt. Blutabnahme, Blutdruckmessen und natürlich besonders wichtig Ultraschall. Beim Ultraschall erfuhr ich dann, dass der Knoten sehr gut aussieht, aber fast nichts mehr vom linken Schilddrüsenlappen übriggeblieben war und im rechten Lappen ein Mikroknoten von ca. 5mm Größe ist, der aber im "heißen" Teil steckte, also dann auch wohl nicht bösartig sein wird.

Danach noch das Gespräch mit dem Anästhesisten und ab auf Station.

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Mittwoch, 12. Oktober 2011

Nach der OP der Schock: Schilddrüsenkrebs

Ich bin am 6. Oktober an der Schilddrüse operiert worden und konnte schon zwei Tage später wieder nach Hause. Ich habe mich dieser Operation unterzogen, weil ich einen ca. 4,5 cm großen kalten Knoten im linken Schilddrüsenlappen hatte. Nach der OP lag der histologische Befund noch nicht vor, da Wochenende war. Also rechnete ich damit, dass ich Montag oder Dienstag telefonisch Bescheid bekäme.

Ich wurde immer unruhiger und hatte kein gutes Gefühl.
Am Montag bekam ich dann den Anruf. Der Arzt, der mich anrief, sagte sofort, dass bei mir ein papilläres Mikrokarzinom follikulärer Variante festgestellt wurde. Es sei mitten im untersuchten Gewebe gewesen, also so gut wie eingekapselt und es bedürfe keiner weiteren Behandlung.

Obwohl Krebs, war ich erleichtert. Aber nicht lange.

Am nächsten Tag bekam ich wiederum einen Anruf von der Klinik. Wieder war der Chirurg am Telefon. Der Professor sei davon ausgegangen, dass bei mir die ganze Schilddrüse entfernt worden sei, aber da bei mir nur die linke Seite herausgenommen wurde, müsste ich noch einmal nachoperiert werden. Es sei Standard, in so einem Fall komplett die Schilddrüse herauszunehmen. Sollte im rechten Teil dann ebenfalls was bösartiges festgestellt werden, müsse man eventuell noch eine Radiojod-Therapie anschließen. Er meinte, ich solle noch warten, bis meine Stimme wieder da sei. Er ging von 14 Tagen aus, dass meine einseitige Stimmbandlähmung sich wohl vorbei wäre, dann soll ich mich wieder in der Klinik melden. Ich war fertig.

Für mich brach eine Welt zusammen. Es war so, als ob man mir den Boden unter den Füßen weggezogen hätte. ICH KREBS! Ich gehöre jetzt auch zu dem Kreis der Menschen, die Krebs haben.

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